MMB Learning Delphi 2011: Grösste Bedeutung für Blended Learning – wen wundert’s?

Mit großem Interesse habe ich die mir bisher nicht bekannte Trendstudie gelesen und bin nicht erstaunt darüber, dass die befragten Expertinnen und Experten dem „Blended Learning“ eine blendende Zukunft voraussagen. Wenn sie zu 92 % dieser Mischung aus traditionellem und digitalem Lernen die größte Bedeutung für zukünftiges Lernen beimessen, hat das aus meiner Sicht verschiedene gute Gründe:

  • Blended Learning ist bereits eine etablierte Form des Lehrens und Lernens. Man muss also keine Befürchtung haben, in einen nur kurzfristigen Modetrend Arbeit und Geld zu investieren. Wie die Studie richtig feststellt, gibt es diese Trends auch in der Bildung – „Second Life“, mit dem vor einigen Jahren große Erwartungen verknüpft wurden, ist ein prominentes Beispiel dafür. (Ich bin damals schlicht vor den Kosten zurückgeschreckt – weiss jemand, welche anderen Gründe es dafür gibt, dass Second Life sich nicht längerfristig durchgesetzt hat?). Wer sagt uns, dass sich nicht auch Apps oder Gaming, die jetzt mit hohen Erwartungen verbunden sind, als kurzfristige Hypes entpuppen?
  • Blended Learning vereinigt „das Beste von allem“: Ich habe in der Präsenzphase den direkten persönlichen Kontakt sowohl zwischen Lehrenden und Lernenden als auch zwischen den Lernenden selbst. Und ich persönlich glaube, dass dieser Kontakt eine andere Qualität hat, als der reine Online-Kontakt, sei es auch über Skype o.ä. Technologien. Es fehlt das „gewisse Etwas“ der persönlichen Begegnung im realen Raum. Natürlich ist es eine große Chance, online an Lehrveranstaltungen teilnehmen zu können, wie an den Live-Events von opco, ohne an Zeit und Raum gebunden zu sein. Dennoch bringt eine eingeschobene Präsenzphase immer noch eine etwas andere Qualität hinein.
  • Blended Learning ermöglicht den Einsatz und die Kombination aller nur denkbaren Lehr- und Lernformen und Methoden. Es spricht ja nichts dagegen, auch Apps, Videos, Podcasts etc. einzusetzen, und die Teilnehmer können an Präsenztagen in einer Werkstatt, im Labor, im Rollenspiel … auch ganz praktisch tätig werden. Das ist in vielen Ausbildungsbereichen unverzichtbar – es ist leicht einzusehen, dass z.B. Krankenpflege nicht aussschließlich online zu vermitteln ist.
  • Dass interne und geschlossene Systeme bevorzugt werden, ist m. E. kein Wunder, stellt das interne Wissen einer Organisation doch einen bedeutenden Wettbewerbsfaktor da. Das gilt nicht nur für Firmen sondern auch für die Forschung an Hochschulen. Das vermindert automatisch die Attraktivität solcher offenen Kanäle wie Blogs oder Twitter. Arbeitgeber haben inzwischen erkannt, dass es wichtig ist, Erfahrungswissen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern, bevor diese ausscheiden. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fürchten allerdings, dass sie selbst sich mit der Abgabe dieser Kenntnisse und Fähigkeiten in die Wissenspeicher ihrer Arbeitgeber überflüssig machen könnten, bevor sie selbst den Arbeitgeber (etwa in die Rente) verlassen möchten.
  • Wenn es regelmäßig notwendig wird, Berufseinsteiger organisationsintern für ihre Aufgaben zu qualifizieren, ist es nur konsequent Weiterbildungspläne zu entwickeln und die Qualität der Weiterbildungsangebote bereits im Vorfeld zu evaluieren.

 

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OPCO 12 hat begonnen

So, heute nach der Arbeit habe ich die Aufzeichnung der Einführungsveranstaltung angesehen. Und schon geht die Aktivität los: Anfragen, ob es auch jetzt noch möglich ist, sich für eine Teilnahmebestätigung anzumelden – Superschnelle Antwort von Frau Bremer: Ja, das geht noch.

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In den Lesezeichen einen Ordner für OPCO12 angelegt und im Unterordner die Links aus der Einführungsveranstaltung zur Verwendung von Twitter im Unterricht abgelegt. Das ist ein interessantes Thema, mit dem ich mich gerne beschäftigen möchte. Auch die Delphi-Studie „Weiterbildung und Digitales Lernen“ möchte ich mir gern genauer ansehen.

Bin gespannt auf das Thema der nächsten Woche: Mobile Apps – das ist, glaube ich, schwer im Kommen. Obwohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass z.B. QR-Codes an der Uni noch Erstaunen hervorrufen. Für eine Tagung im März hatte ich auf das Ankündigungsplakat einen QR-Code gesetzt, der zur Webseite mit dem ausführlichen Programm und der Anmeldemaske verlinkt hat und wurde mehrfach gefragt, was das denn eigentlich sei und wie man so einen QR-Code erstellt. Auch meiner Nichte (28), der ich davon erzählte, wollte erklärt haben, was man mit einem QR-Code eigentlich macht – sie waren ihr schon auf Plakaten und in Anzeigen aufgefallen. Da sie aber kein Smartphone hat, konnte sie damit nichts anfangen.